Elektrik Camper – Stromversorgung Wohnmobil

Elektrik Camper - Strom Wohnmobil

Als ich diesen Beitrag angefangen habe, hatte ich keine Ahnung, wie ich über Elektrik Camper-Stromversorgung Wohnmobil schreiben soll. Was ich schreiben wollte war klar.

Es sollte verständlich sein und einfach. Um das Thema herum entstanden inzwischen mehrere Beiträge, die sich u.a. mit der Wohnmobil Batterie und anderem beschäftigen.

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Inhaltsverzeichnis

Für viele ist die Sache mit dem Strom ein rotes Tuch. Selbst am Strom zu arbeiten, könnte möglicherweise gefährlich sein.

Oder es sind zu viele Fachbegriffe, die abschrecken. Begriffe, die man seit seiner Schulzeit und dem Physikunterricht, nicht mehr auf dem Schirm hatte. 

Zudem findet man im Campingbereich unzählige Produkte am Markt, die einem sonst etwas versprechen. Eben das “Richtige!”, das “Beste” und so weiter.

Als vollkommener Laie blickt man nicht mehr, oder kaum durch. Fehlkäufe sind da vorprogrammiert.

Es werden Module, und Ausbaupakete angeboten, welche die Planung der Stromversorgung im Camper einfach machen sollen.

Module die oft teuerer sind, als eine gut und klug geplante Anlage.

Die Planung lässt sich selbst erledigen und die benötigten Teile müssen nicht teuer bezahlt werden. 

Mit ein wenig Mühe, kannst Du diese Planungsarbeiten selbst erledigen und Dir Deine eigene 12 V Anlage im Wohnmobil aufbauen. Nebenbei erwirbst Du Wissen, Know How und sparst Geld

Um es mal an meinem eigenen Beispiel deutlich zu machen:

Ich habe aufgrund des Rates eines Fachmannes eine Batterie gekauft, die für meine Zwecke nicht passte. Das konnte passieren, weil ich nicht wusste worauf es ankommt. Der “Fachmann” hat mir verkauft, was er für das Beste hielt. 

Es kann kein Fehler sein, sich aus zu kennen und sich Wissen anzueignen. Selbst dann, wenn man den Einbau der Camper Elektrik anderen überlässt. Zu wissen was man will, was man braucht und was notwendig ist hilft auch hier.

Darum will ich Menschen zeigen, wie sie ihre Strominstallation im Wohnmobil selber machen können. Wie man schnell und einfach seinen eigenen Bedarf errechnet und wie man damit die richtige Batterie, das richtige Solarmodul und die passende Regeltechnik findet.

Warum die Camper Elektrik selber planen?

Unabhängigkeit ist das Zauberwort.

Sich unabhängig fühlen, darum geht es beim Reisen mit dem Camper.

Sich nur so zu fühlen ist mir zu wenig. Zur wirklichen Unabhängigkeit gehört auch, Reparaturen durchführen zu können und Fehler zu finden. Autark wird dadurch erst komplett.

Und um das zu schaffen müssen wir uns das notwendige Know How aneignen.

Darum geht es in vielen, meiner Beiträge. Werde freier, selbstbewusster und eigenständiger. 

Was ich hier geschrieben habe, soll helfen, Ängste im Zusammenhang mit elektrischem Strom abzubauen, und sich zu trauen, Dinge in diesem Bereich selbst zu erledigen. 

Das wird dich befähigen, Deine Stromversorgung zu verstehen. Du bist in der Lage, Arbeiten an der Elektrik Deines Campers selber zu erledigen. Dieses Verständnis für die Zusammenhänge entwickeln heißt auch unabhängiger, freier zu werden.

Die elektrische Stromversorgung im Wohnmobil scheint kompliziert und gefährlich. Die Komponenten zu planen, einzukaufen, zu verkabeln und anzuschließen ist aber kein Hexenwerk. Mit diesem Beitrag bring ich etwas Licht ins Dunkel und nehm Dir die Angst davor. Trau Dich, Du kannst das. Freu Dich auf das Gefühl danach. Das Gefühl etwas geschafft zu haben. 

Auf gehts. Doch aufpassen….

….beachte bitte die Sicherheitshinweise am Ende des Berichtes. Der Umgang mit Strom ist eben nicht ungefährlich. Für die Arbeiten an Deiner Stromversorgung bist Du alleine verantwortlich. 


Elektrik Camper – Strom im Wohnmobil 

Am Anfang habe ich viel überlegt. Ich stellte mir die Frage, wie ich es schaffe,  eine Hilfestellung zu bieten und mögliche Ängste zu nehmen.

Als ich mein Projekt startete und begonnen habe meinen Transporter zum Camper umzubauen, hatte ich nur noch schulisches “Halbwissen”.

Strom, Spannung, Widerstand – Worte mit denen ich kaum noch was verbinden konnte. Die aber wichtig sind.

Ich hab nachfolgende Infos, in Form von zwei Videos eingestellt, die den Strom kurz und im Bild behandeln. Nach den Videos verspricht Dir der Beitrag folgenden Benefit:

Wenn Du bereits Grundkenntnisse hast, dann schau gleich hier weiter und überspringe die Videos.

zwei kurze Videos zum strom und seinen Grundlagen


Du musst Dir im ersten Schritt darüber klar werden, für was Du alles Strom brauchst.

Ich möchte Licht im Dunkeln haben. Ich will mein Handy laden können, oder meine Kamera. Hat man eine Standheizung, braucht auch die Strom.  

Steht man länger an einem Ort und hat dort keinen Strom zur Verfügung, muss das alles aus der Batterie versorgt werden.

Du musst Dir also Gedanken über Deine Verbraucher und Dein Nutzungsverhalten machen. Aber wo beginnen?

Deshalb bitte weiter lesen, ich helfe dabei.


Zunächst sollten wir uns mit den Stromquellen beschäftigen, mit denen die Bordbatterie geladen wird.

Wie kann ich meine Batterie(n) laden? Woher soll dieser Strom kommen?

Stromquellen können sein

  • Die Lichtmaschine, die der Starterbatterie und dem Fahrzeug Strom liefert, solange der Motor läuft
  • Steckdosen – Landstrom am Campingplatz
  • Solarmodul auf dem Dach des Fahrzeugs
  • Oder gar ein Windgenerator, u.a. , sehr teuer und nicht unbedingt geeignet für das Wohnmobil

Die Batterie laden wir über die Lichtmaschine.

Die Lichtmaschine liefert immer dann Strom, wenn der Motor läuft. Sie sitzt am Motor des Fahrzeugs.

Der Begriff Lichtmaschine ist historisch bedingt. Die ersten Kraftfahrzeuge hatten Öllampen oder ähnliches. Erst später wurden die Lichter elektrisch betrieben. Ein Generator lieferte dafür den Strom. Das war seine einzige Aufgabe. Daher wurde dieser Generator Lichtmaschine genannt.

Die Lichtmaschine ist ein Drehstrom-Aggregat, ähnlich wie im Video oben erklärt.

Beim Betrieb wird ein dreiphasiger Drehstrom erzeugt.

Die Lichtmaschine ist in der Lage bis zu 250 A zu liefern. Der Drehstrom wird gleichgerichtet, damit er für das 12 V Netz im Fahrzeug nutzbar wird.

Die Starter-Batterie wird mit dem gleichgerichtete Strom versorgt und nach jedem Start bei laufendem Motor geladen. Gleichzeitig werden die elektrischen Verbraucher mit Strom beliefert.

Mehr muss man dazu nicht wissen.

Die Wohnraumbatterie über die Lichtmaschine laden

Die Wohnraumbatterie oder Bordbatterie wird auch über die Lichtmaschine geladen. Deshalb müssen wir die beiden Bauteile miteinander verbinden.

Dazu verkabeln wir die Wohnraumbatterie mit der Starter-Batterie. Das heißt Pluspol an Pluspol und Minuspol an Minuspol.

Das nennt man auch Parallelschaltung. Auf langen Fahrten werden beide Batterien von der Lichtmaschine geladen und die 12 V Stromverbraucher unseres Wohnmobils können über die Versorgungsbatterie betrieben werden. 

Sind beide Batterien miteinander verbunden, kann der Strom in beide Richtungen fliesen. Das heißt, dass beide Batterien im Stand auch entladen werden.

Das wäre jedoch schlecht. Die Starter-Batterie wird belastet, entladen, evtl. auch beschädigt.

Um das zu verhindern brauchen wir ein(Reklame)Batterietrennrelais. Die gibt es günstig bei Amazon, oder Deinem Teilehändler um die Ecke.

Das Trennrelais verhindert, dass die Starterbatterie Schaden nimmt. Es tut was der Name sagt, beide Batterien voneinander trennen.

Wie ich bereits im Beitrag zur Wahl der richtigen Wohnmobil-Batterie geschrieben habe, verträgt die Starterbatterie keine Tiefenentladung über längere Zeiträume. Diese Batterie ist nicht dafür gebaut worden, über lange Zeit entladen zu werden. Sie wurde gebaut um Fahrzeuge zu starten. Sie liefert hohe Ströme für kurze Zeit.

Mit einer Ausnahme: Neue Fahrzeuge haben bereits AGM Batterien verbaut. Diese sind meist zu klein und reichen nicht für die Versorgung des Campers.

Zudem sollte man die beiden Systeme Starten/Wohnen voneinander getrennt halten. Fällt eine Batterie aus, kann noch immer gestartet werden.


Wie funktioniert ein Batterie-trennrelais?

Bei laufendem Motor wird der Stromfluss zur Wohnraumbatterie frei geschalten. Beim Abstellen des Motors trennt das Relais beide Batterien voneinander. Es fließt keine Strom mehr zwischen den Batterien.

Damit das Relais richtig arbeiten kann, wird es zwischen die Pluspole beider Akkus geklemmt. Davor setzt man eine Sicherung, die möglichst nah an der Starterbatterie angebracht wird. 

Mit Hilfe eines signalgebenden Kabels erkennt das Relais, wann Strom fließt. Das Kabel wird in den meisten Fällen am D+ Anschluss der Lichtmaschine angeschlossen und zeigt dem Trennrelais, dass von dort Strom kommt.

Diesen D+ Anschluss zu finden, kann schon schwierig werden. Ist er gefunden, wird evtl. der Anschluss problematisch und umständlich.

Es gibt D+ Anschlüsse im Fahrzeuginneren. Auch die müssen erst gefunden werden.

Bei einigen Fahrzeugen findet man gar kein D+ mehr.

Dieses Problem kann man umgehen, indem man ein Relais einsetzen, das ohne einen D+ Anschluss auskommt. Ein  „intelligentes“ Relais (Reklame) spart Arbeit, Zeit und Nerven.

Diese Art Relais erkennt am – Pol der Starterbatterie, ob Spannung von der Lichtmaschine anliegt.

Läuft der Motor, und somit die Lichtmaschine, schaltet das Trennrelais die Plusleitung frei und Strom kann von der Starterbatterie zur Wohnraumbatterie fliesen. Weniger Arbeit hat man mit diesem Relais allemal. 

Zu erkennen sind diese unterschiedlichen Relais an dem Zusatz „Li“ für Lithium.

Ein Schaltplan zum Anschluss eines Trennrelais

Jetzt kommt es aber noch besser. Um die Versorgungs-Batterie zu Laden kann man auch einen Ladebooster nutzen.

Dieser erkennt, je nachdem wie er angeschlossen wurden, welche Ladung in der Batterie vorhanden ist. Welche Temperatur an der Batterie herrscht, und wieviel Energie von der Starterbatterie, bzw. der Lichtmaschine kommt.

Mit all den Daten, und dem Wissen, welche Art von Batterie geladen werden soll – also Blei, GEL, AGM oder LiFePo4 – kümmert sich der Ladebooster um alles Wichtige. Die richtige Ladeleistung wird garantiert.

Moderne Geräte wie der(Reklame)Votronic Ladebooser sind in der Lage jede Art von Batterie mit Strom zu versorgen. Der Ladebooster übernimmt zudem die Arbeit des Trennrelais.

Aber auch hier darauf achten, ob ein D+ Anschluss gebraucht wird, oder ob direkt am Pluspol der Starterbatterie angeschlossen werden darf.

Hier der Schaltplan für den Anschluss eines Ladeboosters der Fa. Votronic

Die Batterie wird über den Ladebooster immer mit der richtigen Ladung versorgt. Eine Schaden durch eine Überladung, zulange Ladezeiten, oder ein Laden bei zu hohen, bzw. zu niedrigen Temperaturen wird vermieden. Das Gerät steuert das alles. Das Ergebnis ist eine lange Lebensdauer und der Erhalt der vollen Leistung. 

Vorteil des Ladeboosters:

  • Der Ladebooster lädt die Wohnraumbatterie bereits beim ersten Starten des Motors mit der richtigen Ladeleistung.
  • Beide Batterien werden Gleichzeitig geladen
  • Der Ladebooster kann weit Entfernt von der Starterbatterie eingebaut werden. Das ist ideal für die Stromversorgung im Heck des Fahrzeugs.
  • Sicherheit beim Laden meines Bordakkus – keine Störungen und Schäden.

Der Strom auf Campingplätzen nennt man “Landstrom”. Landstrom deshalb, weil auf diese Art Schiffe am Kai, vom Land aus mit Strom versorgt wurden. 

Am Camper wird ein Anschluss benötigt, um ihn mit dem Landstrom verbinden zu können. Das ist eine Außensteckdose am Fahrzeug, mit welcher der Strom ins Fahrzeuginnere geführt wird. Die Verbindung zwischen Fahrzeug und dieser Steckdose gelingt mit einem Kabel mit CEE Stecker.

Im Fahrzeug wird der Strom über eine Sicherung und einen FI-Schalter verteilt.

So lassen sich 230 V Verbraucher betreiben und die Batterie(n) des Fahrzeugs laden.

Welche Batterie Du für Dich wählen solltest und was für die Entscheidung wichtig ist erfährst Du im Beitrag Wohnmobil Batterie – Blei, GEL, AGM, LiFePo4.

Wie die Anschlüsse im Fahrzeug aussehen und wie man die Verbindungen herstellt, wird in dem Artikel 12 V/230 V im Wohnmobil verlegen erklärt. Dort wird es auch eine Einkaufsliste mit den notwendigen Einzelteilen geben. 



Die Stromversorgung mit Sonnenenergie ist ebenfalls eine Möglichkeit. 

Ein oder mehrere Module werden auf dem Dach des Campers montiert. Vom Dach ins Fahrzeug wird eine Zuleitung gelegt. Man braucht dazu eine Dachdurchführung.

Die Leitung führt zu einem Laderegler. Der liefert den Strom direkt an die Verbraucher. Der Rest, der nicht gebraucht wird, kann in die Batterien gehen.

Zu wissen wie groß der Stromverbrauch des Fahrzeuges ist, hilft bei der Planung einer Solaranlage.

In der nachfolgenden Berechnung habe ich Verbraucher geplant die alle zusammen 158 Watt in der Stunde brauchen würden. Ein Zustand, der ja selten bis nie eintritt.

Ein 150 Watt Modul könnte bei bester Leistung und direkter Sonneneinstrahlung genügend Strom liefern.

Bei schlechten Verhältnissen reicht das aber nicht mehr aus. Wenn Strom auch noch in die Batterien fließen sollen, reicht das nicht. Das doppelte an Leistung schafft da Abhilfe. Was aber nicht garantiert, dass das ausreichend ist.

Zum Verständnis:

Die Solaranlage liefert Strom und versorgt zunächst alle 12 V-Verbraucher. Der Rest geht in die Batterie(n). Eine zu große Anlage ist Blödsinn, ein zu kleine Anlage aber auch.

So richtig planen kann man die Anlage aber nicht. Die Leistung ist abhängig von der Sonne. Die scheint in jedem Reiseland anders und ist, gerade in unseren Breiten und weiter nördlich, unberechenbar.


Welche Wohnmobil Batterie?

Die oben vorgestellten Stromquellen sind alle in der Lage die Batterie zu laden und 12 V Verbraucher mit Strom zu versorgen. Die Batterie ist abhängig von diesen Stromquellen, bezieht sie doch Ihre Ladespannung von dort.

Stehen wir aber alleine, außerhalb eines Campingplatzes, ohne PV Anlage auf dem Dach, dann haben wir nur noch unseren Akku.

Dass sich diese Batterie von der Starterbatterie unterscheidet habe ich bereits im Beitrag Wohnmobil Batterie – Blei, GEL, AGM, LiFePo4 deutlich gemacht. Lies dort bitte noch einmal nach, warum wir eine zusätzliche Versorgungsbatterie, oder Wohnraumbatterie brauchen. 

Für diesen Zweck eignen sich viele Batteriesystem. Gel-Batterien zB. von Victron (Reklame), AGM- und LiFePO4-Batterien.

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Jede dieser Stromspeicher hat andere Vor-, oder Nachteile.

Allen gemein ist, dass sie bestens geeignet sind unsere angeschlossenen 12 V Geräte über einen längeren Zeitraum mit Strom zu versorgen. Sie können tiefer Entladen werden, als eine Starterbatterie. Zudem sind diese Systeme oft leichter als unsere Starterbatterie, kosten dafür etwas mehr. 

Die einzelnen Unterschiede und Leistungen der Batterien habe ich im diesem Beitrag beschrieben. Dieser Artikel hilft bei der Kaufentscheidung. Du erfährst etwas über die Vorteile der einzelnen Typen, welche Batterie den besten Kosten Nutzen Faktor liefert und vieles mehr. 

Der Stromspeicher wird immer zu klein sein. Hast Du bei Planung des Akkus alle, vorhandenen, bzw. notwendigen Verbraucher eingerechnet, werden im Laufe des Camperlebens weitere hin zu kommen und die Kapazität der angeschafften Batterie ist zu klein. Plane lieber größer, damit Du Reserven hast.

Und denken über eine Gasanlage nach.

Camper Umbauen - Batterien

Batterie im Camper

Du hast die richtige Batterie für Deinen Camper Ausbau noch nicht gefunden …..


Du solltest Dir im Klaren sein, welche 12 V Verbraucher Du im Camper betreiben wirst. Es wäre auch wichtig zu wissen, wie lange Du autark von einem Stromnetz sein möchtest.

Hast Du eine Gasversorgung im Fahrzeug geplant, dann bring in Erfahrung, was alles mit Gas betrieben werden könnte.

Kühlschränke gibt es gasbetrieben. Gas ist leichter bei höhere Energieausbeute.

Halte Deinen Stromverbrauch und die angeschlossenen Geräte schlank. Das spart Dir Platz, Gewicht und sicher auch etwas Geld.

CC0 by Pettycon 
https://pixabay.com/en/users/Pettycon-3307648/?tab=about

Den Verbrauch berechnen

Hier erfährst Du, wie Du Deinen Strombedarf berechnest. Du findest hier eine Berechnungstabelle und erhält wichtige Tipps

Danach berechnest Du Deine Akku-Kapazität in Abhängigkeit vom Batteriesystem, dass Du verwenden willst.

Jeder Batterie-Typ kann unterschiedlich tief entladen werden.

Gel Batterien vertragen Entladungen bis zu 70 % . AGM und LifePO4 80 %. und mehr. Die Hersteller liefern hierzu  unterschiedlichste Angaben.

Das heißt für Dich, dass Du diese 70 oder 80, evtl. 90 % nutzen kannst. Sind die weg, muss geladen werden. Einfach ausgedrückt kannst du aus einem 100 Ah Akku, der eine Entladung von 90 % zulässt, 90 Ah herausholen.

Mehr hierzu in einem weiteren Blog-Beitrag. nach dem Lesen wird es Dir leichter fallen, die richtige Versorgungsbatterie zu finden.

Diese lifepo4 Batterie würde ich empfehlen

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Damit die richtige Größe, also die Leistung richtig bestimmt werden kann, machen wir jetzt mal ein Rechenbeispiel:

Eine Beispielberechnung:

1. Welche Verbraucher werden benötigt?

Du überlegst jetzt, was Du alles in Deinem Camper mit 12 V Strom betreiben möchtest. z.B. einen Kühlschrank, das Licht und Ladegeräte. Notiere dir die Wattleistung von jedem Gerät.

Die Verbraucher
LED Lichtband 2 x 10 Watt
LED Einbaustrahler 4 x12 Watt
Radio12 Watt
Ladegerät für Handy 2x24 Watt
Ladegerät Laptop39 Watt
Standheizung29 Watt
Kühlschrank/Box32 Watt

Die Angaben beziehen sich immer auf eine Stunde. Und über die Watt kommen wir auf die benötigten Amper/h = Ah.


2. Die täglich benötigten Ah (Amperstunden) anhand der Planung berechnen:

Dazu muss lediglich die elektrische Leistung Watt, durch die Spannung der Batterie in Volt geteilt werden.

die Leistung in Watt geteilt durch 12 V, ergibt die Amper
LED Lichtband 2 x 0,9 Ampere
LED Einbaustrahler 4 x1 Ampere
Radio1 Ampere
Ladegerät für Handy 2x2 Ampere
Ladegerät Laptop3,25 Ampere
Standheizung2,41 Ampere
Kühlschrank/Box2,66 Ampere

Weiter geht es Schritt für Schritt. Die Ampere beziehen sich jetzt auf den Verbrauch einer Stunde.

Uns interessiert, wie lange diese Verbraucher täglich von der Batterie versorgt werden müssten, ohne dass die Batterie geladen wird.

Das ist für die Berechnung sehr wichtig. Wenn Du 24 Stunden damit auskommen willst, dann brauchst Du evtl. viel Leistung.

Möglicherweise wird es ohne eine PV Anlage auf dem Dach Deines Fahrzeugs nicht gehen. Stell Dir nur vor, Du stehst länger als einen Tag, ohne dass Dein Motor läuft und ohne, dass Du an einen Landstromanschluss kommst.

Aber auch dass kannst Du berechnen. Versuch festzustellen, wie lange jeder Verbraucher am Tag laufen wird. Du nimmst hierfür die geschätzten Stunden pro Tag und multiplizierst mit den Tagen die Du ohne jegliches Laden auskommen möchtest.

Ich für meinen Teil, bin mit dem Fahrzeug viel unterwegs und versuche am Abend auf einem Campingplatz zu stehen. Viel unterwegs sein heißt, dass die Lichtmaschine oft Strom liefert.

Am Abend, oder zumindest am nächsten Tag, steh ich schon wieder am Campingplatz und nutze dort den angebotenen Landstrom.

Willst Du komplett autark sein, dann brauchst Du neben der PV Anlage, evtl. noch ein Stromaggregat, das aus Gas, oder auch Diesel/Benzin, Strom erzeugt.

Was die PV Anlage nicht schafft, gleichst Du mit dem Stromaggregat aus. Das aber auch nur am Rande.

Aber “aufpassen”, man kann sich da auch zu Tode planen.

Bei meinen oben geplanten Verbrauchern habe ich folgende Laufzeiten am Tag eingerechnet:

Die Verbraucher in Ampere und deren Laufzeit, in der die Batterie nicht geladen werden kann.
LED Lichtband 0,9 Ampere 2 Stunden
LED Einbaustrahler 1 Ampere. 2 Stunden
Radio1 Ampere 1 Stunde
Ladegerät für Handy 2 Ampere 2 Stunden
Ladegerät Laptop3,25 Ampere 2 Stunden
Standheizung2,41 Ampere 4 Stunden
Kühlschrank/Box2,66 Ampere 6 Stunden

Multipliziere die Ampere mit den Stunden. So kommst Du auf den Bedarf Ah für die Verbraucher am Tag. Alles wird zusammen gezählt und ergibt den Gesamtbedarf. Ich komm hier auf 40,09 Ah täglich.

Für die Berechnung habe ich eine kleine Tabelle erstellt, die Du Dir hier runterladen kannst. Hier kannst Du flexibel Deine Eintragungen machen. Wenn Du Deine Verbraucher erweiterst, fügst du einfach einen weiteren hinzu und der neue Bedarf ist berechnet.

Tabelle zum Download

Zur Berechnung deines täglichen Gesamtbedarfs

Mein Akku ist eine Nummer zu klein. Denn ich verwende derzeit eine 30 A Peak Power Pack LiFe P04, benötige aber gut 40 Ah.

Eben nicht richtig geplant und vorher nicht drüber nachgedacht.

Die zu wenige Leistung, kann ich abfangen, indem ich

1.) meine Geräte sinnvoll ausschalte, sobald ich länger stehe und an keinen Strom komme und

2.) evtl. über ein Solarpanel nachdenke.

Letzteres bedeutet wieder Kosten und Arbeiten.

Ich müsste mir einen LiFePo Akku von mindesten 40 Ah zulegen. Besser wäre wohl ein stärkere mit 65 Ah, oder gar 100 Ah. Alles eine Frage des Geldes.

AGM oder GEL Batterie sind ungleich günstiger.

Solche Fehler in der Planung solltet ihr  vermeiden.

Nur so werden Zeit und Geld gespart.  Hilfe  durch eine Fachmann dem ihr vertraut, kann eine gute Investition sein.

Oder ein E-Book  von Lifetravellerz. (Reklame) Hier wird der Ausbau eines VW T4 beschrieben. Allerdings fehlt es an detaillierten Infos zur Installation der Elektrik. Was grundsätzlich schade ist. 

Dann doch eher Der Camperausbau (Reklame) von Paul Nitzschke – Gründer von Passport Diary. Der geht wirklich auf alles ein und beschreibt, wie er es, bei seinen Camperausbauten macht.

Wer es noch detailreicher braucht und richtig blättern möchte, dem sei das Buch „Der Weg zum eigenen Camper(Reklame)empfohlen.


Den Einbauort für die Verbraucher festlegen:

Um festzustellen, wo die Verbraucher, Steckdosen, Lichter usw., im Fahrzeug untergebracht werden, geht am Besten ins Fahrzeug.

Dort bekommt ihr schnell ein Gefühl dafür, wo etwas hin muss.

Steckdosen sollten dorhin, wo ich sie brauche. Da Ladekabel oft zu kurz sind, sollten Wege von Steckdosen zu Geräten auch kurz gehalten werden.

Ist der Platz ausgewählt, z.B. für Kühlschrank, Heizung (Standheizung), oder ein Radio, müssen Anschlüsse dort hingelegt werden.

Bei der Planung daran denken, dass 12 V Leitungen getrennt vom 230 V System verlegt werden. Sie sind Immer voneinander getrennt zu halten.

Ich nutze Leerrohren für die Trennung. Eines für 12 V und ein anderes für 230 V. Die Leitungen sind so geschützt und im Bedarfsfall, kann ich Kabel schnell tauschen.

Wieder mal der Hinweis. Je größer das Fahrzeug, desto besser kann ich Kabel einbringen. Ich brauch aber mehr Material, was wiederum höhere Kosten verursacht.

Macht Euch eine Zeichnung. Es reicht, diese mit der Hand zu skizzieren.

Einen Grundriss mit der Draufsicht. Bei der Batterie wird angefangen. Die verbinden wir in der Zeichnung mit der Batterie des Kfz. Ein rotes Kabel von Plus zu Plus. Dazwischen, je nach Kapazität eine Sicherung und ein Trennrelais, oder eine Ladungssteuerung (Ladebooster)

Das schwarze Massekabel zeichnet ihr von Minus zu Minus ein. Fertig ist die Verbindung der Akkus.

Danach die Kabel zu den Verbrauchern. Wir werden diese zunächst auf Plus und Masseverteiler legen. Das sind kleine Kästchen, oder Schienen, auf denen die Kabel zusammenlaufen.  

Ein rotes Kabel führt vom Plus der Versorgungsbatterie zu einem Verteiler, der zugleich die Sicherungen enthält. Von dort weg zieht ihr die Linien zu den Verbrauchern.

Lichter werden dabei mit einer einzigen Sicherung abgesichert. Die großen Verbraucher erhalten je eine eigene.

Zum Finden der richtigen Sicherung folgt hier eine Aufstellung.
Kabelquerschnitt Erlaubte SicherungWatt max bei 12 V
1,5 mm2 10 A 120 Watt
2,5 mm2 16 A 192 Watt
4,0 mm2 20 A 240 Watt
6,0 mm2 25 A 300 Watt
10,0 mm2 35 A 420 Watt
16,0 mm2 50 A 600 Watt
25,0 mm2 63 A 756 Watt
35,0 mm2 80 A 960 Watt
50,0 mm2
100 A1200 Watt
Quelle https://prima-geklappt.de/elektrik-wohnmobil-kastenwagen/
Bitte nicht vergessen …

… den  Kabelquerschnitt zu berechnen. Hierzu die nachfolgende Tabelle. Bei den darin dargestellten Werten wird von einem Spannungsverlust von 10 % bei 12 Volt ausgegangen. Das entspricht also etwas mehr als einem Volt. Wenn Du weniger Spannungsverlust haben möchtest, nimmst Du das nächst größere Kabel.

WATTA1m3m5m7m10m20m
10 0,8 0,75 0,75. 0,75 0,75 0,75 0,75
20 1,66 0,75 0,75 0,75 0,75 0,75 1
50. 4,1 0,75 0,75 0,75 1 1,5 2,5
100 8,3 0,75 0,75 1,5 2,5 2,5 6
150 12,5 0,75 1,5 2,5 4 4 10
200 16,66 0,75 1,5 2,5 4 6 10
300 25 0,75 2,5 4 6 10 16
500 41,66 1,5 4 10 10 16 25
1000 83,33 2,5 10 16 25 25 50
Quelle: https://prima-geklappt.de/elektrik-wohnmobil-kastenwagen/

Wenn Du also einen Verbraucher mit 20 Watt anschließen möchtest, für dessen Anschluss Du 7 Meter Kabel brauchst, dann nimmst Du ein 0,75 mm2 Kabel. Willst Du weniger Spannungsverlust, also unter 10 %, dann nimmst Du einfach einen Kabelquerschnitt von 1 mm2.

Fang jetzt nur nicht an, für jeden Verbraucher den Kabelquerschnitt berechnen und dann auch nutzen zu wollen. Das führt dazu, dass Du zig verschiedene Kabel kaufen und verarbeiten musst. Das braucht viel Geld. Entscheide Dich für einen Kabelquerschnitt, der für die meisten Verbraucher passt. Ein größeres Kabel, also ein größerer Kabelquerschnitt geht immer, kleiner ist nicht möglich.

Weiter mit unserer Zeichnung.

Einen Masseverteiler dazu zeichnen, auf dem Ihr die Masse der Batterie anschließt.

Masse ist gleich zu setzen mit dem Minus Pol. Mit Masse ist in diesem Fall die Fahrzeugkarosserie gemeint.

Malt das schwarz.  Von dort die Mass an  die Verbraucher verteilen. Eine Verteilung oder Abzweigen vom Minuspol der Batterie ist nicht zwingend notwendig.

Das Metall der Karosserie kann genutzt werden um die Masse zu verteilen. Ihr müsstet das Blech blank schleifen und rostfrei halten. Das Massekabel mit einer Schraube mit dem Blech verbinden.

Will man später wieder an diese Schraube, weil UA etwas mit dem Masse-Anschluss nicht passt – z.B. keine Masse wegen Rost – könnte das problematisch werden. Evtl. kommt man an diese Schraube nicht mehr so ohne Weiteres ran.

Ein Masseverteiler an einer zentralen Stelle ist leicht zu erreichen. Neue Kabel können schnell angeschlossen und defekte Kabel ausgetauscht werden.

Hab ich alles an einem leicht zugänglichen Platz, sind Reparatur und Wartung unproblematisch. Um das zu gewährleisten würde ich eine Masseverteilung über einen Masseblock wählen, der an die Batterie (-) , oder das Blech angeschlossen wird.

So, jetzt haben wir alles in einer Handskizze drin, die so aussehen könnte:

Elektrik Camper - die 12 V Stromverteilung
Eine einfache, wirkungsvolle und ausreichende Skizze zur 12 Stromverteilung

Die Masse hab ich jeweils mit dem Blech verbunden. Die könnte aber auch von der Batterie – vom Minus Pol – kommen.

Sicher nicht die richtigen, für den Strom passende Zeichen, aber für die erste Planung ausreichend.

Es ist entscheidend, dass Du Dich mit Deiner Zeichnung auch auskennst.

So eine Zeichnung hilft festzustellen, was wirklich gebraucht wird und wichtig ist. Vor allem aber wo es später eingebaut wird und wie es zu verkabeln/anzuschließen ist.


Batterien sind nicht der beste Energieträger für Camper und Wohnmobile. Doch Camper Elektrik ist in einigen Bereichen unverzichtbar.

Sich selber um die 12 V Versorgung zu kümmern ist machbar und kein Hexenwerk, die Stromversorgung im Wohnmobil, Camper Elektrik kann manchmal verzwickt sein. Sich Hilfe zu holen, wenn man nicht weiter weiß, ist da keine Schande.

Man kann vieles nachlesen, ob im Internet, bei Amumot oder im Ausbauhelfer von Lifetravlerz. Es gibt weitere Bücher und Hilfe vor Ort. Bei mir ist das, wie immer der Flo vom Camperservice Wegner in Pettstadt https://www.camper-service-wegner.de.

Fremdes Wissen kostet, erspart aber Zeit und damit Geld. Die Ausgaben, z.B. für ein Buch machen sich schnell bezahlt.

Wer sich ein wenig mit dem Thema befasst, hat den Dreh schnell raus und lernt sein Fahrzeug, sowie dessen Elektrik kennen und beherrschen. Die Fahrt in die Werkstatt wird für wirkliche Probleme vorbehalten. Es kann Zeit und dadurch Geld gespart werden. Beides wird für andere Ausbauabschnitte gebraucht. 

Neben diesen Fähigkeiten erwirbt man weiteres Know How, dass auch anderweitig – zum Beispiel im Haushalt – genutzt werden kann. Dazu kommt das gute Gefühl, selber wieder etwas geschafft zu haben.

Super, oder?

  • 12 V Leitungen und 230 V Leitungen dürfen nicht zusammen verlegt werden. 
  • Wer seine Elektroanlage selbst installiert, handelt auf eigene Gefahr und Verantwortung.
  • Alle Elektroinstallationen, auch in Fahrzeugen, müssen den einschlägigen EU- Normen und VDE-Vorschriften entsprechen. 
  • Im Einzelfall muss durch qualifizierte Personen  geprüft werden, ob die das vorgeschlagene in die Praxis umgesetzt werden kann und der Norm entspricht. 
  • Jegliche Haftung für selbst durchgeführte Elektroarbeiten schließe ich ausdrücklich aus. 

 

 

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