Elektrik Camper – Stromversorgung Wohnmobil

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Elektrik Camper - Strom Wohnmobil

Zu Beginn des Blogs, hatte ich noch keine Ahnung, wie ich Das Thema Elektrik Camper-Stromversorgung Wohnmobil aufarbeiten werde. Daraus entstanden inzwischen mehrere Beiträge, die sich u.a. mit der Wohnmobil Batterie und anderen beschäftigt.

Aber wer hat schon Ahnung. Für viele ist die Sache mit dem Strom ein rotes Tuch. Da sind Fachbegriffe, mit denen man seit der Schulzeit und dem Physikunterricht, nichts anfangen kann. Da gibt es unzählige Produkte am Markt, die einem sonst etwas versprechen. Da gibt es Module, und Ausbaupakete, die es einfach machen sollen, die richtige Energieanlage für die Stromversorgung im Camper zu planen.

Aber das lässt sich alles bewerkstelligen. Mit ein wenig Mühe, kannst Du diese Planungsarbeiten erledigen und Dir Deine eigene 12 V Anlage im Wohnmobil aufbauen.

Um es mal auf den Punkt zu bringe. Ich habe aufgrund des Rates eines Fachmannes eine Batterie gekauft, die für meine Zwecke nicht passte. Das konnte passieren, weil ich nicht wusste worauf es ankommt. Der “Fachmann” hat mir fachmännisch verkauft, was er für das Beste, sein Bestes, hielt.

Und darum mach ich das? Darum will ich Menschen zeigen, wie sie ihren “Strom” im Wohnmobil selber machen können. Wie man schnell und einfach seinen eigenen Bedarf errechnet und anhand der Zahlen sich Gedanken macht, um die richtige Batterie, das richtige Solarmodul und die passende Regeltechnik zu finden.

Mit dem Wohnmobil, wollen wir uns unabhängig fühlen. Gehen wir doch ein Stück weiter und werden wir unabhängig. Und um das zu schaffen müssen wir etwas tun. Um etwas zu tun, müssen wir es verstehen, und auch etwas können.

Darum geht es in vielen Beiträgen in meinem Blog. Werde freier, selbstbewusster und eigenständiger.

Jeder Fachmann, Elektriker und Meister hat seine Daseinsberechtigung. Ich will da keinem was weg nehmen. Er soll mit seiner Facharbeit Geld verdienen. Ich gebe es ihm gern. Sofern ich es habe. Ich will nicht auf etwas verzichten müssen, nur weil ich es jetzt nicht kann, oder weil mir die finanziellen Mittel im Moment für einen Fachmann fehlen.

Was ich hier geschrieben habe, soll helfen, Ängste im Zusammenhang mit elektrischem Strom abzubauen, sich zu trauen, Dinge in diesem Bereich selbst zu erledigen.

Das wird dich befähigen, Deine Stromversorgung zu verstehen. Du bist in der Lage, Arbeiten an der Elektrik Deines Campers selber erledigen zu können. Dieses Verständnis für die Zusammenhänge entwickeln heißt auch unabhängiger, freier zu werden. Freiheit, ist der Aspekte im Camper Lifestyle.

Die elektrische Stromversorgung im Wohnmobil scheint kompliziert und gefährlich. Die Komponenten zu planen, einzukaufen, zu verkabeln und anzuschließen ist aber kein Hexenwerk. Mit diesem Beitrag bring ich etwas Licht ins Dunkel und nehm Dir die Angst davor. Trau Dich, Du kannst das. Mach es und freu Dich auf das Gefühl danach, es geschafft zu haben.

Auf gehts. Doch……

….beachte bitte die Sicherheitshinweise am Ende des Berichtes. Der Umgang mit Strom ist eben nicht ungefährlich. Für die Arbeiten an Deiner Stromversorgung bist Du alleine verantwortlich. 



Als ich begonnen habe, den Beitrag zu erstellen, hatte ich viel überlegt, wie ich dieses Thema aufarbeite. Wie schaffe ich es,  eine Hilfestellung zu bieten und mögliche Ängste zu nehmen. Das ist zwischenzeitlich der dritte Versuch, der auf meinem Blog – www.campersfans.de – online gehen wird. 

Wie vielen von Euch erging es mir zu Beginn meines Projektes. Halbwissen, meist noch aus der Schulzeit, verunsicherten mehr, als dass es half. Strom, Spannung, Widerstand – Worte mit denen ich kaum noch was verbinden konnte. Deren Zusammenhang war mir unklar. 

Sollte Dein Wissen hier tiefer gehen, dann kannst Du gleich weiter scrollen und in die nächsten Kapitel schauen. 

Ich hab nachfolgend einfach noch mal kleine Infos in Form von Videos gestreut, die den Strom kurz und im Bild behandeln. Nach den Videos verspricht Dir der Beitrag folgenden Benefit:


Strom und Spannung Grundlagen – Physik Simpleclub

Die Sendung mit der Maus – Was ist Strom


Dann kann es ja los gehen:

Warum glaubst Du, brauchen wir Strom im Wohnmobil? Oder für was würdest Du den Strom nutzen? 

Ich für meinen Teil möchte Licht im Dunkeln haben. Ich will mein Handy laden können, oder meine Kamera. Evtl. kann man noch eine Standheizung damit betreiben, denn die braucht auch Strom. Möglicherweise einen Lüfter. 

Steht man länger an einem Ort und hat dort keinen Strom zur Verfügung, dann wird die Batterie schnell den Geist aufgeben. Du musst Dir also Gedanken zur Stromversorgung machen. Aber wo beginnen? Lass Dir dabei helfen. 

Woher soll mein Strom kommen. Damit meine ich nicht, aus welcher Batterie, bzw. Akku. Damit meine ich, woher der Strom kommen wird, der Deine/meine Batterie laden soll. 


Stromquellen können sein

  • Steckdosen – Landstrom am Campingplatz
  • Solarmodul auf dem Dach des Fahrzeugs
  • Die Lichtmaschine, die der Starterbatterie und Fahrzeug Strom liefert, solange der Motor läuft
  • Oder gar ein Windgenerator, u.a.

Ich werde mich mit den folgenden Zeilen, mit dem Befassen, von dem ich auch eine Ahnung habe. Also Strom aus der Steckdose, aus der Lichtmaschine und Solarpanel.


Landstrom nennt man den Strom an Campingplätzen, der dort aus der Steckdose kommt. Landstrom deshalb, weil auf diese Art Schiffe mit Strom versorgt wurden. 

Wir brauchen am Fahrzeug einen Anschluss, um es mit dem Landstrom zu verbinden. 

Du benötigs einen CEE Stecker. Eine Außensteckdose mit welcher der Strom ins Fahrzeuginnere geführt wird. Auf dem Campingplatz brauchst Du dazu ein entsprechendes Kabel mit CEE Stecker , um das Fahrzeug mit dem Landstrom zu verbinden. Im Fahrzeug wird der Strom über eine Sicherung und einen FI-Schalter weitergeleitet zu Verbrauchern und Steckdosen.

So lassen sich 230 V Verbraucher betreiben und die Batterien des Fahrzeugs laden. Welche Batterie Du für Dich wählen solltest und was für die Entscheidung wichtig ist erfährst Du im Beitrag Wohnmobil Batterie – Blei, GEL, AGM, LiFePo4.

Wie der Anschluss im Einzelnen aus schaut und wie man die Anschlüsse erledigt, wird im Beitrag  12 V/230 V im Wohnmobil verlegen erklärt. Dort wird es auch eine Einkaufsliste mit den notwendigen Einzelteilen geben. 


Die Stromversorgung durch die Energie der Sonne ist ebenfalls eine Möglichkeit. 

Das oder die Module werden auf dem Dach montiert. Vom Dach erfolgt eine Zuleitung über eine Öffnung im Dach. Diese wird mit einer entsprechenden Durchführung und mit einem Dichtstoff abgedichtet. 

Von dort wird der Strom direkt an die Verbraucher geliefert. Dazwischen ist ein Laderegler verbaut, der den Strom vom Dach im Fahrzeug verteilt. Zunächst werden die 12 V Verbraucher versorgt, dann die Wohnraumbatterie. Zu wissen wie groß der Stromverbrauch des Fahrzeuges ist, hilft bei der Planung einer Solaranlage.

Bei der Planung einer Solaranlage ist zu bedenken, dass die Sonne nicht immer scheint. Sie liefert zwar auch bei bedecktem Himmel noch Strom, doch weitaus weniger als bei direkter Sonneneinstrahlung.

Wie wir den Verbrauch berechnen, erfährst Du unter – Verbraucher Planen und Verbrauch berechnen. 


Drehen wir unseren Zündschlüssel läuft der Motor unseres Kraftfahrzeuges. Mit Laufen des Motors wird die Lichtmaschine in Gang gesetzt. Die Lichtmaschine sitzt im Motorraum und liefert bei ständig Strom.

Der Begriff Lichtmaschine ist historisch bedingt, da die allerersten Automobil mit elektrischem Licht so mit Strom versorgt wurden.

Die Lichtmaschine ist ein Drehstrom-Aggregat, ähnlich wie im Video oben erklärt. Beim Betrieb wird ein dreiphasiger Drehstrom erzeugt. Die Lichtmaschine ist in der Lage bis zu 250 A zu liefern. Der Drehstrom wird dann gleichgerichtet, damit er für das 12 V Netz im Fahrzeug nutzbar wird.

Mit dem gleichgerichtete Strom wird die Starterbatterie versorgt und nach dem Start geladen. Während der Motor betrieben wird, erhalten sämtliche elektrischen Bauteile ihren Strom von eben dieser Lichtmaschine.

Die Wohnraumbatterie wird mit der Starterbatterie verbunden, um von dort Strom zu bekommen. Über diese Verbindung erhält diese Versorgungsbatterie die Energie, die letztlich an unsere Verbraucher im Wohnraum des Campers verteilt wird.

Um diese Verbindung zu schaffen, schalten wir die Wohnraumbatterie mit der Starterbatterie parallel. Das heißt Plus an Plus und Minus an Minus. Auf langen Fahrten werden beide Batterien geladen und die 12 V Stromverbraucher unseres Wohnmobils können betrieben werden. 

In dieser Konstellation wird der Strom von beiden Batterien zur Verfügung stehen. Egal, ob der Motor läuft, oder nicht. Um das zu unterbinden brauchen wir ein(Reklame)Batterietrennrelais. Die gibt es günstig bei Amazon, oder Deinem Teilehändler um die Ecke.

Ohne dieses Bauteil werden sich beide Akkus entladen. Die Starterbatterie wird bei längeren Standzeiten, ohne eine Ladespannung, als e die Grätsche machen, weil sie für eine dauerhafte Entladung nicht gebaut wurde.  

Damit das Relais richtig arbeiten kann, wird es zwischen die Pluspole beider Akkus geklemmt. Davor setzt man eine Sicherung, die möglichst nah an der Starterbatterie angebracht wird. 

Bei laufendem Motor wird der Stromfluss zur Wohnraumbatterie frei geschalten. Beim Abstellen des Motors trennt das Relais beide Batterien voneinander. 

Hier sollte man auf ein Relais setzen, das ohne einen D+ Anschluss auskommt. Dieser befindet sich an der Lichtmaschine und signalisiert dem Relais, dass die Lichtmaschine arbeitet. Man braucht eine Steuerleitung, die an der Lichtmaschine oder einem entsprechenden D+ Kontakt im Fahrzeug angeschlossen wird. Bei einigen Fahrzeugen findet man kein D+ mehr, oder es ist schwierig, dran zu kommen. Um sich ein zusätzliches Kabel zu sparen, oder bei der Suche nach dem D+ Anschluss nicht zu verzweifeln, kann ein  „intelligentes“ Relais (Reklame) genutzt werden. 

Dieses erkennt am Pluspol der Starterbatterie, ob Spannung von der Lichtmaschine anliegt. Läuft der Motor, und somit die Lichtmaschine, schaltet das Trennrelais die Plusleitung frei und Strom kann von der Starterbatterie zur Wohnraumbatterie fliesen. Weniger Arbeit hat man mit diesem Relais allemal.

(Reklame)Cytrix Trennrelais gibt es für die normale Gel Batterie oder AGM Batterie, sowie für LiFePo Akkus. Zu erkennen sind diese unterschiedlichen Relais an dem Zusatz „Li“ für Lithium.

Jetzt kommt es aber noch besser. Um die Batterie zu Laden kann man auch einen Ladebooster nutzen. Dieser erkennt, je nachdem wie er angeschlossen wurden, welche Ladung in der Batterie vorhanden ist. Welche Temperatur an der Batterie herrscht, wieviel Energie von der Starterbatterie, bzw. der Lichtmaschine kommt. Mit all den Daten, und dem Wissen, welche Art von Batterie geladen werden soll – also Blei, GEL, AGM oder LiFePo4 – kümmert sich der Ladebooster um alles Wichtige, um die richtige Ladeleistung an den Akku zu liefern. Moderne Geräte wie der(Reklame)Votronic Ladebooser sind in der Lage jede Art von Batterie mit Strom zu versorgen. Zudem wird ein Trennrelais unnötig. Der Ladebooster macht das auch, benötigt aber evtl. einen D+ Anschluss. 

Die Batterie wird über den Ladebooster immer mit der richtigen Ladung versorgt. Eine Schädigung durch eine Überladung, zulange Ladezeiten, oder ein Laden bei zu hohen, bzw. zu niedrigen Temperaturen steuert das Gerät ebenfalls. Das Ergebnis ist eine lange Lebensdauer und der Erhalt der vollen Leistung.


Die oben vorgestellten Stromquellen sind allesamt in der Lage die Batterie zu laden und 12 V Verbraucher mit Strom zu versorgen. Die Batterie ist abhängig von diesen Stromquellen, bezieht sie doch Ihre Ladespannung von dort.

Stehen wir aber alleine, außerhalb eines Campingplatzes, ohne PV Anlage auf dem Dach, dann haben wir nur noch unseren Akku für den Wohnraum.

Dass sich diese Batterie von der Starterbatterie unterscheidet habe ich bereits im Beitrag Wohnmobil Batterie – Blei, GEL, AGM, LiFePo4 deutlich gemacht. Lies dort bitte noch einmal nach, warum wir eine zusätzliche Versorgungsbatterie, oder Wohnraumbatterie brauchen.

Es gibt dafür verschiedenste Akkus. Gel-Batterien zB. von Victron (Reklame), AGM- und LiFePO4-Batterien.

Jede dieser Stromspeicher hat andere Vor-, oder Nachteile. Allen gemein ist, dass sie bestens geeignet sind unsere angeschlossenen 12 V Geräte über einen längeren Zeitraum mit Strom zu versorgen. Sie können tiefer Entladen werden, als eine Starterbatterie. Zudem sind diese Systeme oft leichter als unsere Starterbatterie, kosten dafür etwas mehr. 

Die einzelnen Unterschiede und Leistungen der Batterien habe ich im diesem Beitrag beschrieben. Dieser Artikel hilft bei der Kaufentscheidung. Du erfährst etwas über die Vorteile der einzelnen Typen, welche Batterie den besten Kosten Nutzen Faktor liefert und vieles mehr. 

Der Stromspeicher wird eh immer zu klein sein. Hast Du bei Planung des Akkus alle, vorhandenen, bzw. notwendigen Verbraucher eingerechnet, werden im Laufe des Camperlebens weitere hin zu kommen und die Kapazität der angeschafften Batterie ist zu klein. Plane lieber größer, damit Reserve


Du solltest Dir im Klaren sein, welche 12 V Verbraucher Du im Camper betreiben wirst. Es wäre auch wichtig zu wissen, wie lange Du autark von einem Stromnetz sein möchtest.

Danach berechnest Du Deine Akku-Kapazität in Abhängigkeit vom Batteriesystem, dass Du verwenden willst.

Jeder Batterie-Typ kann unterschiedlich tief entladen werden.

Gel Batterien vertragen Entladungen bis zu 70 % . AGM und LifePO4 80 %. und mehr. Die Hersteller liefern hierzu  unterschiedlichste Angaben. Das heißt für Dich, dass Du diese 70 oder 80, evtl. 90 % nutzen kannst. Sind die weg, muss geladen werden. Einfach ausgedrückt kannst du aus einem 100 Ah Akku, der eine Entladung von 90 % zulässt, 90 Ah herausholen.

Mehr hierzu in einem weiteren Blog-Beitrag. Der Beitrag befasst sich mit den unterschiedlichen Arten von Akkus, deren Besonderheiten. Danach wird es Dir leichter fallen, die richtige Versorgungsbatterie zu finden. Damit meine ich die Art des Akkus.

Damit die richtige Größe, also die Leistung richtig bestimmt werden kann, machen wir jetzt mal ein Rechenbeispiel:

Eine Beispielberechnung
1. Welche Verbraucher werden benötigt:

Du überlegst jetzt einfach mal, was Du alles in Deinem Camper mit 12 V Strom betreiben möchtest. Notiere dir die Wattleistung von jedem Gerät.

Die Verbraucher

LED Lichtband 2 x 10 Watt
LED Einbaustrahler 4 x12 Watt
Radio12 Watt
Ladegerät für Handy 2x24 Watt
Ladegerät Laptop39 Watt
Standheizung29 Watt
Kühlschrank/Box32 Watt

Die Angaben beziehen sich immer auf eine Stunde. Und über die Watt kommen wir auf die benötigten Amper/h = Ah.

2. Die täglich benötigten Ah anhand der Planung berechnen:

Dazu muss lediglich die elektrische Leistung Watt, durch die Spannung der Batterie in Volt geteilt werden.

Danach sieht dass dann so aus.

Die Verbraucher, der Leistung in Watt geteilt durch 12 V, ergibt die Amper

LED Lichtband 2 x 0,9 Ampere
LED Einbaustrahler 4 x1 Ampere
Radio1 Ampere
Ladegerät für Handy 2x2 Ampere
Ladegerät Laptop3,25 Ampere
Standheizung2,41 Ampere
Kühlschrank/Box2,66 Ampere

Weiter geht es Schritt für Schritt. Denn die Ampere beziehen sich jetzt auf den Verbrauch einer Stunde.

Uns interessiert, wie lange diese Verbraucher täglich von der Batterie versorgt werden müssten, ohne dass die Batterie geladen wird.

Das ist für die Berechnung sehr wichtig. Wenn Du sagst, Du willst 24 Stunden damit auskommen, dann brauchst Du evtl. viel Leistung.

Möglicherweise wird es ohne eine PV Anlage auf dem Dach Deines Fahrzeugs nicht gehen. Stell Dir nur vor, Du stehst länger als einen Tag, ohne dass Dein Motor läuft und ohne, dass Du an einen Landstrom kommst.

Aber auch dass kannst Du berechnen. Dann nimmst Du hierfür eben die geschätzten Stunden täglich, nochmals multipliziert mit den Tagen die Du ohne jegliches Laden auskommen möchtest. Alles machbar, mit etwas Kopfarbeit.

Ich für meinen Teil, bin mit dem Fahrzeug viel unterwegs und versuche am Abend auf einem Campingplatz zu stehen. Viel unterwegs sein heißt, dass die Lichtmaschine oft Strom liefert.

Am Abend, oder zumindest am nächsten Tag, steh ich schon wieder am Campingplatz und nutze dort den angebotenen Landstrom.

Willst Du wirklich Autark sein, dann brauchst Du neben der PV Anlage, evtl. noch ein Stromaggregat, das aus Gas, oder auch Diesel/Benzin, Strom erzeugt. Denn Deine PV Anlage, liefert, wie oben bereits erwähnt nicht immer zu 100 % Strom.

Bei den oben geplanten Verbrauchern habe ich folgende Laufzeiten am Tag eingerechnet:

Die Verbraucher, deren Bedarf in Ampere und die Laufzeit, in der die Batterie nicht geladen wird.

LED Lichtband 0,9 Ampere 2 Stunden
LED Einbaustrahler 1 Ampere. 2 Stunden
Radio1 Ampere 1 Stunde
Ladegerät für Handy 2 Ampere 2 Stunden
Ladegerät Laptop3,25 Ampere 2 Stunden
Standheizung2,41 Ampere 4 Stunden
Kühlschrank/Box2,66 Ampere 6 Stunden

Ohne weitere Tabelle folgen zu lassen. Multipliziere die Ampere mit den Stunden. So kommst Du auf den Bedarf Ah für die Verbraucher am Tag. Alle wird dann zusammen gezählt und ergibt den Gesamtbedarf. Ich komm hier auf 40,09 Ah täglich.

Für die Berechnung habe ich eine kleine Tabelle erstellt, die Du Dir hier runterladen kannst. Hier kannst Du flexibel Deine Eintragungen machen. Wenn Du Deine Verbraucher erweiterst, fügst du einfach einen weiteren hinzu und der neue Bedarf ist berechnet.


Mein Akku ist als eine Nummer zu klein. Denn ich verwende derzeit eine 30 A Peak Power Pack LiFe P04, benötige aber gut 40 Ah.

Eben nicht geplant und nicht drüber nachgedacht.

Die zu wenige Leistung, kann ich abfangen, indem ich 1.) meine Geräte sinnvoll ausschalte, sobald ich länger stehe und an keinen Strom komme und 2.) evtl. über ein Solarpanel nachdenke.

Zudem brauch ich nicht ständig meine Standheizung.

Um bei meinem Wert oben zu bleiben, müsste ich mir einen LiFePo Akku von mindesten 40 Ah zulegen. Besser wäre wohl ein stärkere mit 65 Ah, oder gar 100 Ah. Alles eine Frage des Geldes. Eine AGM oder GEL Batterie sind ungleich günstiger.

Fehler in der Planung solltet ihr  vermeiden, nur so werden Zeit und Geld gespart.  Ein  Ausbauhelfer in Form eines Fachmanns dem ihr vertraut, kann weiterhelfen. Oder ein geschriebener Ratgeber wie das  E-Book  von Lifetravellerz. (Reklame) Hier wird der Ausbau eines VW T4 beschrieben. Allerdings fehlt es an detaillierten Infos zur Installation der Elektrik. Was grundsätzlich schade ist. Oder auch “Der Camperausbau” (Reklame) von Paul Nitzschke – Gründer von Passport Diary. Der geht wirklich auf alles ein und beschreibt, wie er es, bei seinen Camperausbauten macht.

Wer es detailreich braucht und richtig blättern möchte, dem sei das Buch „Der Weg zum eigenen Camper(Reklame)empfohlen.

Fragen zur Batterie, oder der Verkabelung, sowie Kauf von Material dann geht zum  Camperservice Wegner oder Amumot. (Reklame)


Den Einbauort für die Verbraucher festlegen

Jetzt geht es darum, wohin mit den Verbrauchern. Am besten ins Fahrzeug gehen. Und sich dort einen Eindruck machen.

Steckdosen sollten dorhin, wo ich sie brauche. Kurze Wege zum Gerät sind da wichtig, da die meisten Kabel von Ladegeräten eh zu kurz sind. 

Die Größe des Fahrzeugs ist bei dieser Planung entscheidend. Hab ich viel Raum, hab ich viel Platz. An der Stelle, an der ich mich mit meinen mobilen Geräten später aufhalten werde, sollten auch Anschlüsse für entsprechende Ladegeräte vorhanden sein.

Kühlschrank, Heizung (Standheizung), fest verbaute Verbraucher, wie ein Radio, sind eingeplant. Der Platz, für diese Geräte ist ausgewählt. Dorthin müssen Anschlüsse gelegt werden.  

Wohin bringe ich meine 12 V. Leitungen. Denn die verlege ich zuerst und getrennt vom 230 V System. 12 V und 230 V dürfen nie zusammen verlegt werden. Sie sind Immer voneinander getrennt zu halten.

Ich nutze die Leerrohren. Eines für 12 V und ein anderes für 230 V. Kleiner Durchmesser aber ausgezeichnet, um die Leitungen im Fahrzeug zu verlegen. Die sind geschützt und im Bedarfsfall, kann ich Leitungen schnell tauschen.

Wieder mal der Hinweis. Je größer das Fahrzeug, desto besser kann ich Kabel einbringen. Ich brauch aber mehr Material, was wiederum höhere Kosten verursacht.

Jetzt macht Ihr Euch eine Zeichnung. Es reicht, diese mit der Hand zu skizzieren. Einen Grundriss mit der Draufsicht. Bei der Batterie wird angefangen. Die verbinden wir in der Zeichnung mit der Batterie des Kfz. Ein rotes Kabel von Plus zu Plus. Dazwischen, je nach Kapazität eine Sicherung und ein Trennrelais, oder Ladungssteuerung. Das schwarze Massekabel zeichnet ihr von Minus zu Minus ein. Fertig ist die Verbindung der Akkus.

Jetzt zeichnet die Kabel zu den Verbrauchern. Wobei wir diese zunächst auf Plus und Masseverteiler legen. Das sind kleine Kästchen, oder Schienen, auf denen die Kabel zusammenlaufen. 

Zeichnet ein rotes Kabel vom Plus der Versorgungsbatterie zu einem Sicherungsverteiler. Von dort weg zieht ihr die Linien zu den einzelnen Verbrauchern. 

Lichter werden dabei mit einer einzigen Sicherung abgesichert. Die großen Verbraucher erhalten je eine eigene.

Zum Finden der richtigen Sicherung folgt hier eine Aufstellung.

Kabelquerschnitt Erlaubte SicherungWatt max bei 12 V
1,5 mm2 10 A 120 Watt
2,5 mm2 16 A 192 Watt
4,0 mm2 20 A 240 Watt
6,0 mm2 25 A 300 Watt
10,0 mm2 35 A 420 Watt
16,0 mm2 50 A 600 Watt
25,0 mm2 63 A 756 Watt
35,0 mm2 80 A 960 Watt
50,0 mm2
100 A1200 Watt
Quelle https://prima-geklappt.de/elektrik-wohnmobil-kastenwagen/

Bitte nicht vergessen den  Kabelquerschnitt zu berechnen. Hierzu die nachfolgende Tabelle. Bei den darin dargestellten Werten wird von einem Spannungsverlust von 10 % bei 12 Volt ausgegangen. Das entspricht also etwas mehr als einem Volt. Wenn Du weniger Spannungsverlust haben möchtest, nimmst Du das nächst größere Kabel.

WATTA1m3m5m7m10m20m
10 0,8 0,75 0,75. 0,75 0,75 0,75 0,75
20 1,66 0,75 0,75 0,75 0,75 0,75 1
50. 4,1 0,75 0,75 0,75 1 1,5 2,5
100 8,3 0,75 0,75 1,5 2,5 2,5 6
150 12,5 0,75 1,5 2,5 4 4 10
200 16,66 0,75 1,5 2,5 4 6 10
300 25 0,75 2,5 4 6 10 16
500 41,66 1,5 4 10 10 16 25
1000 83,33 2,5 10 16 25 25 50
Quelle: https://prima-geklappt.de/elektrik-wohnmobil-kastenwagen/

Wenn Du also einen Verbraucher mit 20 Watt anschließen möchtest, für dessen Anschluss Du 7 Meter Kabel brauchst, dann nimmst Du ein 0,75 mm2 Kabel. Willst Du weniger Spannungsverlust, also unter 10 %, dann nimmst Du einfach einen Kabelquerschnitt von 1 mm2.

Fang jetzt nur nicht an, für jeden Verbraucher den Kabelquerschnitt berechnen und dann auch nutzen zu wollen. Das führt dazu, dass Du zig verschiedene Kabel kaufen und verarbeiten musst. Das braucht viel Geld. Entscheide Dich für einen Kabelquerschnitt, der für die meisten Verbraucher passt. Ein größeres Kabel, also ein größerer Kabelquerschnitt geht immer, kleiner ist nicht möglich.

Weiter mit unserer Zeichnung.

Einen Masseverteiler dazu, auf dem Ihr die Masse der Batterie anschließt. Masse ist gleich zu setzen mit dem Minus Pol. Mit Masse ist in diesem Fall die Fahrzeugkarosserie gemeint. Malt das schwarz.  Von dort die Mass an  die Verbraucher verteilen. Das Metall der Karosserie kann genutzt werden um die Masse zu verteilen. Ihr müsstet das Blech blank schleifen und rostfrei halten. Das Massekabel mit einer Schraube mit dem Blech verbinden. Will man später wieder an diese Schraube, weil etwas mit dem Masse-Anschluss nicht passe – z.B. keine Masse wegen Rost – könnte das problematisch werden. Evtl. kommt man an diese Schraube nicht mehr so ohne Weiteres ran.  Hab ich alles an einem leicht zugänglichen Platz, sind Reparatur und Wartung unproblematisch. Um das zu gewährleisten würde ich eine Masseverteilung über einen Masseblock wählen, der an die Batterie (-) angeschlossen wird.

So, jetzt haben wir alles in einer Handskizze drin. Die so aussehen könnte:

Sicher nicht die richtigen, für den Strom passende Zeichen, aber dennoch für die erste Planung ausreichend. Es ist ja nur entscheidend, dass Du Dich mit Deiner Zeichnung auch auskennst.

So eine Zeichnung hilft festzustellen, was wirklich gebraucht wird und wichtig ist, vor allem aber wo es eingebaut werden soll.


Es ist zu schaffen und kein Hexenwerk, die Stromversorgung im Wohnmobil. Camper Elektrik kann manchmal verzwickt sein. Sich Hilfe zu holen, wenn man nicht weiter weiß, ist da keine Schande. 

Man kann vieles nachlesen, ob im Internet, bei Amumot oder im Ausbauhelfer von Lifetravlerz. Es gibt weitere Bücher und Hilfe vor Ort. Bei mir ist das, wie immer der Flo vom Camperservice Wegner in Pettstadt https://www.camper-service-wegner.de. Fremdes Wissen kostet, erspart aber oft Zeit und damit Geld. Die Ausgaben, z.B. für ein Buch machen sich schnell bezahlt.

Wer sich ein wenig mit dem Thema befasst, hat den Dreh schnell raus und lernt sein Fahrzeug, dessen Elektrik kennen und beherrschen. Die Fahrt in die Werkstatt wird für wirkliche Probleme vorbehalten. Es kann und wird Zeit, dadurch Geld gespart, dass für andere Ausbauabschnitte gebraucht wird. 

Neben diesen Fähigkeiten erwirbt man weiteres Know How, dass auch anderweitig – zum Beispiel im Haushalt – genutzt werden kann und das gute Gefühl, selber wieder etwas geschafft zu haben. Super. 


  • 12 V Leitungen und 230 V Leitungen dürfen nicht zusammen verlegt werden. 
  • Wer seine Elektroanlage selbst installiert, handelt auf eigene Gefahr und Verantwortung.
  • Alle Elektroinstallationen, auch in Fahrzeugen, müssen den einschlägigen EU- Normen und VDE-Vorschriften entsprechen. 
  • Im Einzelfall muss durch qualifizierte Personen  geprüft werden, ob die das vorgeschlagene in die Praxis umgesetzt werden kann und der Norm entspricht. 
  • Jegliche Haftung für selbst durchgeführte Elektroarbeiten schließe ich ausdrücklich aus. 

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